PLATTES LAND

 

Der Metzgermeister hält sein Messer in der Hand
Plattes Land, plattes Land
Hinterm Tresen hängt ein Schild an der Wand
Plattes Land, plattes Land

 

Die Frau im Baumarkt sitzt allein am Band
Plattes Land, plattes Land

Heute noch bis zehn, sie träumt vom Strand
Plattes Land, plattes Land

 

Jeden Samstagabend heulen die Motoren
Plattes Land, plattes Land
Dann gibt’s kein Halten, manchmal geht einer verloren
Plattes Land, plattes Land

 

Weißer Nebel legt sich über die Felder
Der Wald steht schwarz, heute wird es nicht mehr heller

 

Fünf Uhr dreißig, der Verkehr rauscht vorbei
Plattes Land, plattes Land
Danach wird's ruhiger, Stille schwer wie Blei
Plattes Land, plattes Land

 

Weißer Nebel legt sich über die Felder
Der Wald steht schwarz, heute wird es nicht mehr heller

 

 

KEINE ZEIT

 

Sie steht vor der Tür | Um viertel nach zwei

Sie hat keine Zähne | Das macht die Arznei

Sagt sie und lächelt | Ihr Lachen macht frei

Von allem Zweifel | Wie Zauberei

 

Jetzt ist die Zeit | Jetzt ist die Zeit

Weil keine Zeit ist | Weil es an der Zeit ist

Jetzt ist die Zeit | Weil es nicht mehr weit ist

Weil es bald soweit ist | Weil keine Zeit ist

 

Du wachst auf im Leben | Es ging alles so schnell

Pflücke den Tag | Bevor er verwelkt

Nichts ist unmöglich | Keiner bleibt stehen

Was nicht ist, kann werden | Du wirst es sehen

 

Jetzt ist die Zeit | Jetzt ist die Zeit

Weil keine Zeit ist | Weil es bald soweit ist

Jetzt ist die Zeit | Weil es nicht mehr weit ist

Damit du bereit bist | Weil keine Zeit ist

 

Doch hab keine Eile | Auf der Reise ins Licht

Denn dieses Licht | Gibt es nicht

Reich mir die Hände | Sieh in mein Gesicht

Einer für alle | Jeder für sich

 

Jetzt ist die Zeit | Jetzt ist die Zeit

Weil keine Zeit ist | Weil es an der Zeit ist

Mach Dich bereit | Weil es nicht mehr weit ist

Weil es bald soweit ist | Weil keine Zeit ist

 

 

DER SAXOPHONMANN

 

Der Saxophonmann steht im Regen

Der Saxophonmann sieht mich nicht

Der Saxophonmann liebt die Töne

Der Saxophonmann spielt nur für sich

 

Wunderschöne große, weite Welt

Vergeht in einem Augenblick

Nur die Freiheit zählt

 

Das Glück in deinen Augen...

 

Das Metzgermädchen

Mit dem traurigen Blick

Hat Blut in der Nase

Im Zimmer brennt Licht

 

Wunderschöne große, weite Welt

Vergeht in einem Augenblick

Nur die Freiheit zählt

 

Das Glück in deinen Augen...

 

Der Saxophonmann steht im Regen

Der Saxophonmann hat ein rotes Gesicht

Der Saxophonmann kann nicht spielen

Den Saxophonmann holt noch die Gicht

 

Abends, wenn die Sonne untergeht

Sieht er den Schiffen nach

Es ist nie zu spät

 

Das Glück in deinen Augen...

 

 

STADT FÜR EINE NACHT

 

Die Strassen still und leergefegt

Farbe blättert in der Hand

Die blinden Fenster lauern auf

Die Schatten an der Wand

 

Stadt für eine Nacht...

 

Die Jugendjahre rasch verbraucht

Der Fusel macht dich schwerelos

Schmaler Streifen Horizont

Für den Himmel doch zu groß

 

Stadt für eine Nacht...

 

Schnelle Gäste sind längst fort

Jonas, den der Wal verschluckt

Fauler Atem der Geschichte

Streichelt noch die Bucht

 

So wie die kleine Zuflucht dort

Schließen alle viel zu früh

Die Drähte singen mit dem Wind

Wovon erzählen sie?

 

Stadt für eine Nacht...

 

 

 

Album "Dunkelziffern"
Single "Plattes Land"
EP "GRAUER MANN TANZT"
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© GRAUER MANN TANZT | Henning Dedekind